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Mojmír Ježek: Mit Deutsch habe ich ein breiteres Arbeitsspektrum als meine Kolleginnen und Kollegen

„Deutsch für die Karriere" - Im heutigen Gespräch stellen wir Mojmír Ježek, den gründenden Partner der Rechtsanwaltskanzlei rutland ježek, vor.


Wann hatten Sie zum ersten Mal Kontakt mit Deutsch? Was war für Sie der Grund, Deutsch zu lernen?

Zum ersten Mal begegnete ich der deutschen Sprache an der Grundschule noch in der Ära des Sozialismus. Ich lernte jedoch nicht viel - es ging um das klassische Pauken von Vokabeln und Grammatik, meistens knapp vor der Unterrichtsstunde irgendwo unter den Straßenlaternen auf dem Weg zur Schule. In der achten Klasse brach zum Glück die Samtene Revolution an und mit ihr die Möglichkeit, mich an dem neu eröffneten zweisprachigen Gymnasium in Znaim, wo ich wohnte, anzumelden. Damals war es eine überwältigende Chance, (bis auf Tschechisch) fast alle Fächer in der deutschen Sprache mit Lehrerinnen und Lehrern aus Österreich zu haben. Allerdings war das nicht nur Deutsch - später wurde mir klar, dass der Umgang der ausländischen Lehrerinnen und Lehrer mit den Schülerinnen und Schülern wesentlich anders war, verglichen mit den veralteten Paukmethoden des tschechischen Bildungssystems, die an manchen Orten bis heute überdauern. Außer perfekten Deutschkenntnissen sammelte ich mit meinen Mitschülerinnen und Mitschülern am Gymnasium daher auch viele hilfreiche Lebenserfahrungen, die ich an einer klassischen Mittelschule hätte nicht machen können.


Forcierten Ihre guten Deutschkenntnisse Ihre Laufbahn? Wie nutzten Sie Deutsch in Ihrem Beruf?

Mit ausgezeichneten Deutschkenntnissen verfüge ich über viel breitere Möglichkeiten als meine Kolleginnen und Kollegen, die nur Englisch sprechen. In der Rechtspraxis ist zwar Englisch die erste Sprache - vor allem bei großen Transaktionen, bei der Finanzierung und der Due Diligence. Aber in der Krise zeigt sich, dass die tschechische Wirtschaft vor allem auf zahlreichen Mittel- und Kleinunternehmen aufbaut, die entweder aus den deutschsprachigen Ländern kommen oder mit diesen Ländern überlebenswichtige Geschäftskontakte pflegen. In der Praxis bevorzugen diese Unternehmen eine Kommunikation und übliche Rechtsberatung auf Deutsch. Diese Sprache bevorzugen sie auch in der internen Unternehmenskommunikation. Gute Kenntnisse der deutschen Sprache ermöglichten mir am Anfang meiner Laufbahn über fast sechs Jahre hinweg auch die Gewährung von Rechtsberatung in einer der renommiertesten deutschen Rechtsanwaltskanzleien in Prag. Ich lernte die deutschen Spezifika kennen. Ich profitiere auch von Erfahrungen, die ich mit der Unternehmenskultur in einem angelsächsischen internationalen Büro drei Jahre vor der Gründung meiner eigenen Anwaltskanzlei sammelte. Von Vorteil waren für mich auch Erfahrungen aus einem kleinen tschechischen Anwaltsbüro. Jede Umgebung prägte mich anders. Jetzt kann ich problemlos einen Vertrag, eine rechtliche Stellungnahme auf Deutsch, aber auch auf Englisch verfassen oder ein Gespräch in diesen Sprachen führen und habe damit ein viel breiteres Arbeitsspektrum.


Ist für Sie Deutsch auch außerhalb Ihres Berufs wichtig? Interessieren Sie sich für Kultur, Literatur usw. der deutschsprachigen Länder?

Ich versuche, das Geschehen vor allem in Deutschland und in Österreich zu verfolgen, weil man ausgehend von der Entwicklung dieser Länder einschätzen kann, in welche Richtung sich die Tschechische Republik nicht nur in der Rechtspraxis begeben wird. In der letzten Zeit bin ich jedoch dermaßen beruflich völlig ausgelastet, dass ich für meine Hobbys und Interessen nicht so viel Zeit habe, wie ich mir wünschen würde. Schade, denn die deutschsprachigen Länder bieten viel. Ich erinnere mich an eine achtstündige spektakuläre Aufführung Shakespears bei den Salzburger Festspielen - sie machte jedenfalls auch mir zu schaffen...


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Source: „Deutsch für die Karriere" (ČIA - Česká informační agentura / Tschechien am Morgen