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Uma Thurman besucht Karlsbad

Tschechisches Filmfestival ist Magnet für Stars und Filmfans
von David Binar

Hollywood-Star Uma Thurman ist Ehrengast Gast des diesjährigen Internationalen Filmfestivals Karlovy Vary. Während der feierlichen Eröffnung wird sie am Freitag, dem 30. Juni, den Preis des Festival-Präsidenten erhalten. Bekannt ist sie vor allem für ihre Arbeit mit dem Regisseur Quentin Tarantino. Im Mai war sie Vorsitzende der Un Certain Regard Jury der Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Der 52. Jahrgang des tschechischen Filmfestivals findet vom 30. Juni bis zum 8. Juli im Kurort Karlsbad (Karlovy Vary) in Westböhmen statt.


Foto: Peter Lindbergh / KVIFF


Das Festival wird mit dem Film The Big Sick eröffnet, einer amerikanischen romantische Komödie des Regisseurs Michael Showalter mit Kumail Nanjiani, Zoe Kazan und Holly Hunter in den Hauptrollen.

Besonderer Gast der Abschlussveranstaltung am 8. Juli ist der amerikanische Schauspieler Jeremy Renner. Auch er wird den Preis des Festival-Präsidenten erhalten. Der letzte gezeigte Film des Festivals wird der Science-Fiction-Streifen Arrival mit Renner in der Hauptrolle. Während des Festivals wird auch der Film Wind River gezeigt, der den Preis für die beste Regie in der Un Certain Regard Sektion in Cannes gewonnen hat. Filmfans kennen Renner unter anderem aus den Filmen Tödliches Kommando – The Hurt Locker, der Serie The Avengers und aus zwei Mission Impossible Filmen.

Neben Uma Thurman und Jeremy Renner wird in Karlsbad auch der Oscarpreisträger Casey Affleck erwartet, der seinen neuen Film A Ghost Story vorstellen wird. Auch er wird den Preis des Festival-Präsidenten erhalten.

Der britische Regisseur Ken Loach und sein langjähriger Drehbuchautor Paul Laverty werden den Kristallglobus für herausragende künstlerische Verdienste um das Weltkino erhalten. Die gleiche Auszeichnung erhält auch der US-amerikanische Komponist und Musikproduzent James Newton Howard, der persönlich die Aufführung der Musik aus seinem neuesten Film Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind vor dem Hotel Thermal dirigieren wird.

Der tschechische Regisseur Václav Vorlíček, der gerade 87 Jahre alt geworden ist, erhält eine Auszeichnung für herausragende künstlerische Verdienste um die tschechische Kinematografie.

Nicht alle Gäste des Filmfestivals holen sich Preise ab. Manche kommen nach Karlsbad, um ihre Filme vorzustellen. So präsentiert Regisseurin Trudie Styler in der Kategorie Another View (Andere Sicht) ihren Film Freak Show. Der Film wurde auch auf dem Berliner Filmfestival gezeigt. Styler ist nicht nur Regisseurin und Produzentin, sie ist auch aktive Umweltschützerin.

Die italienische Schauspielerin Jasmine Trinca wird bei der Vorstellung ihres neuen Films Fortunata anwesend sein, in dem sie eine alleinerziehende Mutter vom Stadtrand Roms spielt. Für ihre schauspielerische Leistung in dem Film wurde sie in Cannes ausgezeichnet.

Der weißrussische Regisseur Sergei Loznitsa stellt seinen Film Austerlitz vor, der ebenfalls in der Kategorie Another View gezeigt wird. Der Streifen dreht sich nicht um die berühmte Schlacht Napoleons, sondern behandelt das Thema Holocaust-Tourismus.

Der kanadische Regisseur Denis Côté ist Mentor für junge Talente in der Kategorie Future Frames, die sich auf Filme von Studenten europäischer Filmschulen konzentriert.

Vor den Tagen des Internets musste man noch Filmrezensionen in Büchern, Zeitschriften und Zeitungen lesen, um herauszufinden, was im Kino sehenswert war. Einer der beliebtesten Kritiker und Buchautoren ist Leonard Maltin, der auch zu den Gästen des Festivals gehört.

Das Festival zeigt auch den Film The Beguiled (Die Verführten) mit Nicole Kidman. Es ist das neueste Werk von Sofia Coppola und spielt zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs. Nach seiner tschechischen Premiere am 4. Juli auf dem Festival wird der Film in den Städten Ostrov (Schlackenwerth), Sokolov (Falkenau an der Eger), Chodov (Chodau), Cheb (Eger) und Mariánské Lázně (Marienbad) gezeigt, um in der Region die Menschen zu motivieren, wieder ins Kino zu gehen.

In der Kategorie Out of Competition (Außerhalb des Wettbewerbs) werden dem europäischen Publikum vier Filme vorgestellt. So entführt die estnische Koproduktion November von Regisseur Rainer Sernet die Zuschauer in eine geheimnisvolle heidnische Welt, wo Werwölfe wandern und Dorfbewohner von der Pest heimgesucht werden. Der Streifen wurde auf dem Filmfestival Tribeca in New York für die beste Kameraführung ausgezeichnet.

Einen speziellen Preis der Jury beim Sundance Film Festival bekam die schwarze Komödie Free and Easy des Regisseurs Jun Geng aus Hong Kong. Der Film dreht sich um die Ankunft eines Haustürverkäufers in einem Dorf in Nordchina, die eine Reihe von witzigen Situationen zur Folge hat.

Der Irische Streifen Song of Granite von Regisseur Pat Collins, der in Schwarz-Weiß gedreht wurde, ist dem Leben des irischen Musikers Joe Heaney gewidmet. Der Film feierte seine Weltpremiere auf dem South by Southwest (SXSW) Festival in Austin, Texas.

Die indische Koproduktion Juze von Regisseur Miransha Naik wurde zum ersten Mal im April auf dem Hong Kong International Film Festival gezeigt. Der Film zeigt das Bemühen des Titelhelden aus einem Slum zu entkommen und ein neues Leben zu beginnen.

Der diesjährige Wettbewerb Östlich des Westens startet mit dem aserbaidschanischen Drama Granatapfel Plantage von Ilgar Najaf. Der slowakische Regisseur Juraj Lehotský kehrt mit dem slowakisch-tschechischen Intim-Drama Nina nach Karlsbad zurück. Acht der zwölf Premieren in diesem Wettbewerb sind Debütfilme.

Wie vorab angekündigt, eine spezielle Kategorie widmet sich den Werken des japanischen Regisseurs Kenji Mizoguchi, der bis zu seinem Tod im Jahr 1956 Filme gedreht hat.

Sehenswert ist mit Sicherheit eine restaurierte Version des Films Das Geschäft in der Hauptstraße aus dem Jahr 1965 der Slowaken Ján Kadár und Elmar Klos. Der Films spielt in einem kleinen Dorf im Slowakischen Staat zur Zeit des Zweiten Weltkrieges und handelt von der Beziehung eines „arischer“ Schreiners zu einer älteren Jüdischen Besitzerin eines Knopfladens. Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet und erhielt bei der Oscarverleihung 1966 den Oscar als bester fremdsprachiger Film.

Das Karlsbader Filmfestival geht offiziell am 8. Juli zu Ende, die Gewinner einzelner Kategorien werden aber am 9. Juli im Hotel Thermal aufgeführt.

Mehr Informationen zum Internationalen Filmfestivals Karlovy Vary gibt es auf www.kviff.com (ENG)


ManSprichtDeutsch.cz (Tschech.News), Prag 23.06.2017