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Sonnenuntergang zur Sommersonnenwende über dem Veitsdom

Ob zufällig oder beabsichtigt, der Sonnenuntergang hinter der Prager Burg ist immer schön
von Raymond Johnston - Prague.TV / deutsche Version von David Binar

Prag ist zwar nicht Stonehenge, aber während der Sommersonnenwende kann man auch hier einen außergewöhnlichen Sonnenuntergang erleben. Wenn Sie zur richtigen Zeit am Altstädter Brückenturm auf der Karlsbrücke stehen und in Richtung Prager Burg sehen, können sie mitverfolgen, wie die Sonne den Hauptturm des Veitsdoms durchquert, die Kammer mit den Kronjuwelen erleuchtet, am kleinen Altarglockenturm vorbeiläuft, sich auf das Dach des Domes setzt, dann hinter der Apsis hervorschaut, um letztendlich auf dem Dach der benachbarten Allerheiligenkapelle Platz zu nehmen.


Foto: Raymond Johnston - Prague.TV

In diesem Jahr fällt die Sommersonnenwende auf den Mittwoch, den 21. Juni und findet um 6:24 Uhr statt. Um das Schauspiel rund um den Veitsdom zu sehen, müssen Sie um rund 20 Uhr am Altstädter Brückenturm stehen, um zu sehen, wie sich die Sonne den Türmen des Veitsdoms nähert (Live stream - 21.06 ab 20:00 / CZ). Um 20:35 Uhr ist dann schon wieder alles vorbei. Offiziell geht die Sonne zwar bisschen später unter, aber die Prager Burg befindet sich bekanntlich auf einem Hügel.

Der Effekt ist auch ein paar Tage früher und später zu sehen. Danach beginnt die Sonnen wieder hinter dem Petřín-Hügel unterzugehen, um in einem Jahr wieder zur Prager Burg zurückzukehren.

Manche Leute sagen, dass dieser Effekt rein zufällig stattfindet und das es auch andere Gebäude gibt, bei denen ähnliche Erscheinungen zu sehen sind, wenn man am richtigen Ort steht.

Andere wiederum weisen darauf hin, dass Kaiser Karl IV. an der Errichtung des Veitsdomes und der Karlsbrücke maßgeblich beteiligt war und sich sehr für Astrologie interessierte. Eine Legende besagt, dass Astrologen den Beginn des Baues der Karlsbrücke absichtlich gewählt haben, und dass es sich dabei um ein numerisches Palindrom ungerader Ziffern handelt: 135797531. Die Bedeutung soll die folgende sein: Im Jahr 1357, am 9. Tag des 7. Monats um 5:31 Uhr morgens altböhmischer Zeit soll mit dem Bau der Karlsbrücke begonnen worden sein. Wenn auch einige Leute behaupten, dass diese Legende eine spätere Erfindung sei, das Jahr 1357 ist sicherlich richtig.

Für die Gestaltung des Veitsdoms und der Karlsbrücke war der Architekt Petr Parler verantwortlich.

Die Karlsbrücke, in Prag bekannt auch als "die Brücke" oder "die Steinbrücke", wurde auf der Stelle der Judithbrücke gebaut, die im Jahre 1342 vom Hochwasser beschädigt wurde. Dabei änderte sich die Ausrichtung der Brücke ein wenig. Auf der Kleinseite blieb der Teil der Judithbrücke teilweise bestehen. So ist der niedrigere der beiden Brückentürme auf der Kleinseite der leicht modifizierte unversehrte Turm der Judithbrücke. Auf der Altstädter Seite aber wurde die Brücke ein paar Meter stromabwärts versetzt. Dies machte die Brücke widerstandsfähiger gegen den Strom und es ermöglichte das Schauspiel zur Zeit der Sommersonennwende.

Ob das Schauspiel ein Zufall ist oder oder von Astrologen des kaiserlichen Hofes absichtlich geplant wurde, bleibt eine offene Frage. So oder so, wenn der Himmel nicht bewölkt ist, kann man die Gelegenheit nutzen und ein sehr schönes Foto vom Sonnenuntergang über der Prager Burg machen.


Live Stream von unseren Freunden von Miluju Prahu! / Facebook - zum Live stream gehts hier (21. Juni ab 20:00 / CZ)