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Petřín-Standseilbahn für zwei Wochen außer Betrieb

Die Prager Attraktion hat eine bewegte Geschichte hinter sich
von David Binar

Die beliebte Prager Petřín-Standseilbahn wird in den nächsten zwei Wochen regelmäßigen Wartungsarbeiten unterzogen. Die besonders von Touristen beliebte Attraktion, die den anstrengenden Aufstieg auf den Hügel Petřín ersetzen kann, wird erst wieder am Samstag, dem 8. April ihren Betrieb wieder aufnehmen.


Foto: fotolia

Ihren Betrieb nahm die Drahtseilbahn am 20. August 1891 auf, am selben Tag, als der Aussichtsturm Petřín, der vom Aussehen her dem Pariser Eiffelturm nachempfunden ist, seine Türen öffnete. In den ersten Jahren ihres Betriebs war die Drahtseilbahn eine Wasserballastbahn, was eine Seilbahn ohne Antriebsmaschine ist, die die Schwerkraft als Antriebskraft nutzt.

Ihr Betrieb wurde währen des Ersten Weltkrieges im Jahr 1916 eingestellt. Erst 1932 wurde sie, nach einem Umbau zu einer elektrisch angetrieben Standseilbahn wieder in Betrieb genommen.

Damals wurden die Gleise auf die heutige Länge von 510 Meter erweitert und die Seilbahn wurde mit zwei Waggons ausgestattet, die den damaligen Prager Straßenbahnen nachempfunden waren. Zu dieser Zeit konnte die Seilbahn bis zu 2.600 Menschen pro Stunde befördern. In dieser Form funktionierte sie bis zu ihrer zweiten Stilllegung am 7. Juni 1965.

Grund für diese Stilllegung waren Erdrutsche auf dem Petřín-Hügel. Vom Grundwasser und langandauerndem Regen aufgeweichte Lehmböden haben sich damals auf einer Sandsteinschicht in Bewegung gesetzt. Im Jahr 1967 waren zwei Drittel der Strecke zerstört.

Es folgte eine lange Phase, in der Geologen, Geophysiker und Hydrogeologen den Hügel gründlich untersuchten. 14 Jahre später wurde entschieden, die Drahtseilbahn wieder zu erneuern. Der problematischste Abschnitt der Strecke wurde auf eine Stahlbetonkonstruktion gesetzt, deren Pfeiler tief in den Hügel bis in feste Gesteinsschichten hineinreichen.

Die grundlegende Modernisierung fand in den Jahren 1981 bis 1985 statt und am 15. Juni 1985 nahm die Drahtseilbahn wieder ihren Betrieb auf. Im vergangenen Jahr beförderte sie laut Prager Verkehrsbetrieben 1.752.760 Fahrgäste. In der Sommersaison von April bis Oktober nutzen die Seilbahn durchschnittlich 200.000 Passagiere im Monat. Neben Besuchern der Stadt wird sie vor allem auch von Studenten genutzt, die in großen Studentenwohnheimen unweit des Aussichtsturms Petřín stehen.

Planmäßige Wartungsarbeiten der Petřín- Standseilbahn finden jeweils im Frühjahr vor der Sommersaison und dann wieder im Herbst statt.


ManSprichtDeutsch.cz (Tschech.News), Prag 19.03.2017