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Regierung billigt neue tschechische Kulturdenkmäler

Prager Lucerna-Palast, Invalidowna und Ďáblice Friedhof zählen zum tschechischen Kulturerbe
Von David Binar

Die tschechische Regierung hat die Liste der nationale Kulturdenkmäler um 15 weitere Sehenswürdigkeiten verlängert. Unter den Neueinträgen befindet sich der Lucerna-Palast auf dem Wenzelsplatz, der Gebäudekomplex Invalidowna, der Ďáblice Friedhof und das Schloss Brandýs nad Labem (Brandeis an der Elbe). Die Regierung beschloss diesen Schritt auf ihrer Sitzung am Mittwoch, dem 22. Februar 2017.

Der Lucerna-Palast (Palác Lucerna) wurde zwischen 1907 und 1921 erbaut. Projektingenieur war Vácslav Havel, Großvater des tschechischen Präsidenten Václav Havel. Es war die erste Stahlbetonkonstruktion in Prag, ihr Tragwerk wurde vom bedeutenden tschechischen Konstrukteur Stanislav Bechyně entworfen. Der berühmte Ballsaal war ursprünglich als ein Spielfeld für Eishockey geplant. Das Gebäude hat sowohl Elemente des Jugendstils, als auch moderne Design-Elemente.



Der Gebäudekomplex Invalidowna wurde zwischen 1731 und 1737 vom Architekten Kilián Ignác Dienzenhofer für verletzte Veteranen gebaut. Nur ein Neuntel des Gebäudes wurde fertig gestellt. Die letzten Soldaten verließen das Gebäude im Jahr 1935 und danach diente es bis ins Jahr 2002 als Militärarchiv, bevor es vom Hochwasser beschädigt wurde. Seither wartet es auf Renovierung. Im Jahr 2016 hat die Regierung erfolglos versucht, das Gebäude zu verkaufen. Es wird vom Nationalen Denkmalamt (NPÚ) gepflegt und war in Miloš Formans Film Amadeus kurz zu sehen sowie in den Filmen Hellboy und Doktor Schiwago.

Der Ďáblice Friedhof (Ďáblický hřbitov) wurde zwischen 1912 und 1914 im kubistischen Stil erbaut und umfasst 29 Hektar. Es ist Prags zweitgrößter Friedhof. In seinem Inneren befinden sich Bereiche, in denen jugoslawische und italienische Partisanen aus dem Zweiten Weltkrieg, Opfer des Prager Aufstandes vom Mai 1945 sowie Opfer des Kommunismus begraben liegen. Neben Gräbern anderer Helden der Widerstandsbewegung gegen die nationalsozialistischen Okkupanten sind dort auch die Ruhestätten der Fallschirmjäger, die das Attentat auf den Reichsprotektor Reinhard Heydrich verübt haben zu finden.

Das Schloss in Brandýs nad Labem (Brandeis an der Elbe) in Mittelböhmen stammt aus dem 15. Jahrhundert und seine letzte große Renovierung fand im 19. Jahrhundert statt. Es diente gelegentlich als kaiserliche Residenz und ist nun für die Öffentlichkeit geöffnet.

Einige der neuen nationalen Kulturdenkmäler sind Beispiele moderner Architektur. Das Wenke Kaufhaus (Wenkeův obchodní dům) zum Beispiel ist heute das Stadtmuseum in Jaroměř in der Region Hradec Králové (Königgrätz). Es wurde von Josef Gočár entworfen, einem der bedeutendsten modernen Architekten in Böhmen und wurde in den Jahren 1909 bis 1911 erbaut. Das berühmteste Gebäude von Gočár ist das Haus der Schwarzen Madonna in Prag.

Das ist die vollständige Liste der neuen nationalen Kulturdenkmäler: Fachoberschule für Maschinenbau in Jungbunzlau, Wenke Kaufhaus in Jaroměř, Wasserkraftwerk in Poděbrady (Podiebrad), Stadttheater in Ústí nad Orlicí (Wildenschwert), Krematorium in Nymburk (Nimburg), Sokol-Haus in Rakovník (Rakonitz), Krematorium und Kolumbarium auf dem Zentralfriedhof in Brünn, Gemeindehaus in Troppau, Egerer Burg, Wasserkanal Plattner Kunstgraben, Ďáblice Friedhof, Gebäudekomplex Invalidowna, Schloss samt Park in Brandýs nad Labem, Lucerna-Palast sowie Kloster Louka bei Znaim.

Die komplette Liste aller nationalen Kulturdenkmäler Tschechiens ist hier zu finden: de.wikipedia.org


ManSprichtDeutsch.cz, Prag 23.02.2017