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Segway-Verbot in Prag wird ausgeweitet

Immer mehr Stadtteile Prags wehren sich gegen die Stehroller
von David Binar


Die insbesondere von Touristen beliebten Segways haben es in Prag immer schwerer. Nachdem die Stadtverwaltung im Juli vergangenen Jahres ein Verbot dieser Stehroller im historischen Stadtzentrum verfügt hatte, wollen nun weitere Stadtteile ebenfalls ein Verbot von einachsigen Elektrofahrzeuge auf ihrem Gebiet erwirken.

Laut Verordnung dürfen Segways nicht in Prag 1, in Teilen von Vinohrady, Žižkov, Prag 4, Smíchov und Libeň sowie im ganzen Stadteil Holešovice, einschließlich des Viertels Letná, benutzt werden. Unter diese Verordnung fallen neben Segways auch Mini-Segways, Hover-boards, sowie elektrische Einräder.


Foto: freeimages.com

 

Im Januar haben nun die Stadteile Prag 2 und Prag 10 die Stadtverwaltung aufgefordert, das Verbot auch auf ihr Gebiet auszuweiten. Sie befürchten nämlich, dass die Segway-Verleihe ihre Touren in Stadtteile verlegen, die nahe genug an der Stadtmitte sind, wo aber bislang kein Verbot herrscht. So ist in letzter Zeit der Riegr Park in Vinohrady zum beliebten Ziel der Segway-Fahrer geworden, weil er einen schönen Ausblick auf das Stadtzentrum bietet und keine Regelung die Benutzung der Stehroller einschränkt.

Mit der Verabschiedung des Verbotes von Segways im historischen Stadtzentrum erfüllte die Stadtverwaltung den Wunsch vieler Einwohner des Stadtzentrums, die sich langfristig über die Belästigung durch Segways beschwert hatten. "Auf hundert Metern gab es in der Michalská Straße sechs Segway Verleihe. Die Straße ist sehr eng, überall parken Autos. Und dazwischen schlängelten sich noch Dutzende rücksichtslose Segway-Fahrer durch. Ich habe kleine Kinder und hatte wirkliche Angst um ihre Gesundheit," sagte ManSprichtDeutsch.cz ein Anwohner. Offizielle Statistiken gibt es zwar keine, aber viele Nachrichten in Prager Medien über schwere Unfälle mit den Stehrollern bestätigen diese Ansicht.

Obwohl die Stadtverwaltung das Verbot bereits im Juli verabschiedet hatte, tat sich in den folgenden Monaten gar nichts und das Stadtzentrum war voll von Gruppen, die auf Segway unterwegs waren. Grund dafür war die Tatsache, dass erst Straßenschilder aufgestellt werden mussten, die auf das Verbot hinwiesen. Erst vergangenen Dezember hat die Stadt an den Grenzen des historischen Stadtzentrums 610 Straßenschilder für 3,7 Millionen CZK (140 Tausend EUR) aufgestellt, die dort das Benutzen von Segways untersagen und mit einer Geldstrafe in Höhe von 2000 CZK ahnden.

Das Prager Verbot vom vergangenen Juli wurde erst durch eine Novellierung der tschechischen Straßenverkehrsordnung möglich gemacht, die zum ersten Mal die Kategorie "Personentransporter, die sich durch eine elektronische Antriebsregelung selbst in Balance halten" definiert, den Gemeinden die Möglichkeit gibt, deren Verwendung zu regulieren und offizielle Verbotsschilder einführt. Anders als in Deutschland oder Österreich müssen Segways in Tschechien nicht mit einem offiziellen Kennzeichen, mit Hupe, Scheinwerfer und Rücklicht ausgestattet werden.

Gleichzeitig zum Verbot hat die Stadt Prag Flugblätter verteilt, die auf das Verbot hinweisen und eine Karte mit den Verbotszonen abdrucken. Das Flugblatt ist hier zu finden: www.praha.eu



ManSprichtDeutsch.cz, Prag 30.01.2017