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Tschechische Weihnachtsbräuche und Traditionen

Die Weihnachtszeit ist eine der schönsten Zeiten des Jahres. Welche Traditionen bestehen in der Tschechischen Republik?

Die Weihnachtszeit ist insbesondere ein Fest für Kinder und Familien. Bei der Einhaltung der jahrhundertealten Traditionen sind diese tatsächlich ein Fest der Ruhe und des Friedens. Alle Weihnachtsfeiertage stehen im Zeichen der Zusammenkunft der Familien und auch Freunde und des Genusses einer ruhigen besonderen Atmosphäre. Alte Traditionen werden nicht nur in Museen und Freilichtmuseen wieder zum Leben erweckt, sondern auch durch die Menschen zu Hause.


Weihnachten in Tschechien - Quelle: Czechtourism.cz


Adventskalender

Zweifellos gehört dieser zu den schönsten Adventsbräuchen. In heutiger Zeit ist dieser meist ein leckeres Geschenk für Kinder, denn dieser ist oft mit verschiedenen Süßigkeiten gefüllt. Der Adventskalender soll den Kindern nicht nur den Sinn und die Bedeutung der vier Wochen dauernden Vorweihnachtszeit nahe bringen, sondern auch die Wartezeit auf den geschmückten Weihnachtsbaum und Weihnachtsgeschenke verkürzen. Der erste Adventskalender war Bildkalender, den der Deutsche Gerhart Lang Anfang des 20. Jahrhunderts erschuf. Als 1908 ein fantasievoller Bürger und Inhaber einer gut gehenden Druckerei in München auf eigene Kosten einen Kalender zum Ausschneiden drucken ließ, der die Bezeichnung Im Land von Jesus trug, begründete er damit eine wunderbare und bis heute weit verbreitete Tradition. In den 1950er und 1960er Jahren erschienen die Adventskalender in vielen Geschäften der meisten europäischen Länder. Jede Nation hat bald eine eigene Variante des Adventskalenders erschafft, die den Geschmack und das Gefühl des zugehörigen Landes charakterisiert.

Adventskranz   

Das Zusammenstellen des Adventskranzes ist ein relativ junger, aber sehr beliebter Brauch der Vorweihnachtszeit. Die Wurzeln der Traditionen stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert. In Mitteleuropa sind die Adventskränze die ersten Boten der bevorstehenden Weihnachtsfeiertage. Der älteste dokumentierte Bericht über den Adventskranz stammt von 1838 aus der wohlhabenden Hafenstadt Hamburg. Der Theologe Johann Heinrich Wichern installierte dann über der Tür des Waisenhauses, das er verwaltete, zu Anfang der Adventszeit einen großen geschnitzten Kranz aus Holz. Jeden Tag stellte er eine brennende Kerze auf diesem auf. Unter dem Kranz stand eine Kasse, in die die gläubigen Menschen Weihnachtsalmosen für verlassene und verwaiste Kinder spenden konnten. Von Norddeutschland aus ging dieser Brauch in weitere andere Regionen über, vor allem dank der evangelischen Jugendbewegung. Zwischen den beiden Weltkriegen drang dieser Brauch über die Grenze der deutschsprachigen Länder. Die Adventskränze wurden nicht nur aus Holz geschnitzt und grün gefärbt, sondern diese wurden auch aus den grünen Zweigen der Nadelbäume gefertigt. Lebende Adventskränze symbolisierten das ewige Leben, das Jesus Christus den Gläubigen versprochen hat. Die Kreisform des Kranzes symbolisierte die Einheit der menschlichen Gesellschaft und Gott. Die Kerzen erinnerten an Christus als das Licht der Liebesflamme, die jeden Menschen anleuchtet. Da die Adventszeit am vierten Sonntag vor Weihnachten beginnt, pendelte sich der Brauch ein, dass vier Kerzen auf dem Adventskranz vorhanden sind. Jeden Adventssonntag wird eine dieser Kerzen angezündet. Wenn Sie einen Weihnachtsmarkt in PragČeský Krumlov oder Olmütz besuchen, dann können sie sicher einen solchen Kranz für zu Hause erwerben.

Weihnachtsbaum

Nur schwer können wir uns heute das Weihnachtsfest ohne einen geschmückten Weihnachtsbaum vorstellen. Der grüne Baummit Dekoration, Süßigkeiten und Figuren ist ein selbstverständlicher Bestandteil des Weihnachtsfestes. Laut einer der Legende verdankt der Weihnachtsbaum seine Existenz dem Abt Columban von Luxeuil und Bobbie.  Columban lebte im 6. Jahrhundert und er wurde in Irland geboren, aber die Missionstätigkeit führte ihn in die Bretagne und nach Burgund. Die Bewohner von Burgund waren Heiden und damit Columban diesen das Fest der Geburt Christi näher bringen konnte, schmückte er einen ehrwürdigen Nadelbaum mit brennenden Fackeln in der Form eines Kreuzes, den die Eingeborenen zur Wintersonnenwende verehrten. Der Schein des Feuers zog Menschenmassen an und Columban predigte diesen über die Geburt des kleinen Jesus aus der fernen Stadt Bethlehem. Vielleicht erschuf er an diesem Tag den Brauch des Weihnachtsbaumschmückens. Es ist üblich, dass jede Stadt, die den Weihnachtsmarkt unterhält, auf dem Marktplatz einen eigenen Weihnachtsbaum hat. Wird in diesem Jahr der Prager auf dem Altstädter Ring, oder der Olmützer oder sogar der in Český Krumlov der schönste Baum sein?

Geschenke

Bereits im alten Rom beschenkten sich die Menschen zur Feier des Neuen Jahres. Später wurde die Wintersonnenwende zum Weihnachtsfest und die Bescherung blieb bestehen. Dieses wurde zum Ausdruck für Freundschaft und christliche Nächstenliebe. Seit dem sechzehnten Jahrhundert gibt es Hinweise über den Austausch von Geschenken unter Freunden und Verwandten. Die meisten Geschenke erhielten vor allem Kinder. In den nächsten 200 Jahren brachte bereits das Jesuskind (in Tschechien), Santa Claus oder Väterchen Frost die Geschenke. Es war üblich, dass Geschenke erst ausgepackt wurden, wenn der erste Stern am Himmel erschien. Mit diesem Brauch wird dem Stern von Bethlehem gedacht, der über Bethlehem leuchtete. In Tschechien werden die Geschenke traditionell zu Heiligabend ausgepackt.

Quelle: czechtourism.com