Wirtschaft in Tschechien

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RWE-Tochter innogy erobert den tschechischen Markt

Von Alexandra Mostýn

Am 1. April feierte der deutsche Energiekonzern innogy, eine börsennotierte Tochter der RWE, seinen ersten Geburtstag. Grund zum Anstoßen gab es auch in Tschechien. Der Gewinn des Jahres 2016 betrug nach Abzug der Steuer 8,5 Milliarden Kronen. Im Vergleich zu 2015 ist das ein Anstieg von rund neun Prozent. Dafür kann innogy vor allem dem schlechten Wetter des Jahres 2016 danken, aber auch dem Gewinn von Neukunden und internen Sparmaßnahmen.

„Für unseren Gewinnanstieg machen wir hauptsächlich die niedrigen Durchschnittstemperaturen des vergangenen Winters verantwortlich, die um etwa ein Grad Celsius niedriger waren, als im Jahr zuvor“, sagt Thomas Merker, Finanzchef von innogy Tschechien. „Ein zweiter wichtiger Grund waren Sparmaßnahmen in den einzelnen Unternehmen des Konzerns und wichtige Reformen einzelner Managementstrukturen“, sagt Merker.

„Das vergangene Jahr können wir als positiv bewerten. Unsere Kunden haben unsere neue Marke innogy angenommen und verstanden, dass wir moderner, innovativer und dezentralisierter agieren wollen“, sagt der innogy-Vorstandsvorsitzende Martin Herrmann. Ihn freut es besonders, dass innogy seine Marktposition stabilisieren konnte. „Wir bemerken nach langer Zeit sogar einen Zuwachs an Neukunden“, so Herrmann.

Neue Kunden und Ideen

Tatsächlich hat sich innogy als neue Marke recht schnell in Tschechien etabliert. Der Bekanntheitsgrad der Marke wächst auch dank neuer Produkte, die die Firma mit auf den Markt gebracht hat. Ziel ist es nun, die Marke in Tschechien genauso bekannt zu machen, wie es einst ihr Vorgänger RWE war.

Zum ersten Mal seit der Öffnung des Energiemarktes im Jahre 2007 hat sich die Zahl der Kunden erhöht, die Gas und Elektrizität von Unternehmen der RWE-Gruppe beziehen. „Die Anzahl der Kunden, die ihr Gas von uns bekommen, liegt inzwischen bei fast 1,4 Millionen, rund 340 Haushalte versorgen wir zudem mit Strom“, erklärt der Chef der innogy Vertriebsgesellschaft Energie, Tomáš Varcop.

Neben traditioneller Energie hat sich das Unternehmen auch alternativen Energiequellen zugewandt. „Seit 2016 bieten wir unseren Kunden auch Fotovoltaikanlagen und Warmwasserpumpen für Familienhäuser an“, sagt Varcop. Zudem hat das Unternehmen sein Angebot ausgeweitet, auf Hausratsversicherungen oder Rauch- und Kohlendioxidmelder. „Unseren Kundenbefragungen nach sind ganze 87 Prozent unserer Kunden zufrieden mit uns. Das sehen wir als große Verantwortung“, freut sich Varcop.

innogy ist einer der größten deutschen Investoren in Tschechien. Allein im vergangenen Jahr erreichten die Investitionen des Konzerns 4,7 Milliarden Kronen, allein 3,4 Milliarden gingen dabei in die Modernisierung der Gasleitungen. „Wir investieren jedes Jahr mehr in unsere Distribution mit dem Ziel, unsere Flexibilität, Verlässlichkeit und Sicherheit zu verbessern“, meint Jan Valenta, Direktor der innogy-Tochter GasNet.  „Im vergangenen Jahr haben wir so zum Beispiel 254 Kilometer Pipeline und 92 Regulierungsstationen erneuert“, sagt Valenta stolz.


ManSprichtDeutsch.cz (Tschech.news), Prag 10.04.2017