Wirtschaft in Tschechien

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Prag ist die sechst-reichste EU-Region

Bratislava kommt in einer neuen EU-Studie eine Nasenlänge vor der tschechischen Hauptstadt
Felix Zilke

In einem Eurostat-Ranking des regionalen Brutto-Inlands-Produkts pro Kopf hat sich die tschechische Hauptstadt Prag an sechster Stelle platziert. Allerdings musste die Moldaumetropole vor der slowakischen Hauptstadt Bratislava geschlagen geben, die auf Rang fünf landete. Auf dem ersten Platz triumphierte London, das noch als Teil der EU gilt, bis die Brexit-Verhandlungen abgeschlossen sind.



Die Studie verfolgte den Kaufkraftstandard (KKS) und legte den Durchschnitt für die 28 EU-Länder bei 100 fest. Die Kaufkraft der Stadt Prag lag bei 178 - also bei 78 Prozent über dem Durchschnitt. Teile der Tschechischen Republik waren unter dem EU-Standard. Der nationale Durchschnitt lag ebenfalls etwas unter dem EU-Durchschnitt.

"Im Jahr 2015 lag das regionale BIP pro Kopf, in Bezug auf die Kaufkraftstandards, in der bulgarischen Region Severozapaden bei weniger als 30 Prozent des EU-Durchschnitts. Auf 580 Prozent kam London im Vereinigten Königreich", so eine Zusammenfassung des Eurostat-Berichts.

Pendler-Effekt

„Das Brutto-Inlands-Produkt wie auch das BIP pro Kopf sind ein Maß für die gesamtwirtschaftliche Tätigkeit in einer Region. Es kann verwendet werden, um den Grad der wirtschaftlichen Entwicklung der Regionen zu vergleichen. Das BIP misst dabei aber nicht das Einkommen, das letztlich den privaten Haushalten in einer Region zur Verfügung steht“, so der Bericht. Der KKS dagegen ist eine künstliche Währung, die die Unterschiede im nationalen Preisniveau berücksichtigt. Diese Einheit ermöglicht sinnvolle Volumenvergleiche von Wirtschaftsindikatoren in verschiedenen Ländern.

Die Zahlen können ein wenig verfälscht sein, denn in einigen Regionen können die Pro-Kopf-Werte des BIP signifikant durch Pendlerströme beeinflusst werden. "Pendler-Zuflüsse in diesen Regionen drängen die Produktion auf ein Niveau, das von der ansässigen aktiven Bevölkerung allein nicht erreicht werden könne. Es gibt einen entsprechenden Effekt in Regionen mit Pendlerabflüssen", so der Eurostat-Bericht.

Deutschland vorne

Die führenden Regionen im Ranking nach London waren Luxemburg (264 Prozent), Hamburg in Deutschland (206 Prozent), Brüssel in Belgien (205 Prozent), Bratislava in der Slowakei (188 Prozent) und eben Prag (178 Prozent).

„Der EU-Durchschnitt des Pro-Kopf-BIP liegt bei 100. Es gab 20 Regionen mit einem Pro-Kopf-BIP von mindestens über 50 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Das waren fünf Städte in Deutschland, vier im Vereinigten Königreich, jeweils zwei in den Niederlanden und Österreich, und jeweils eine in Belgien, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Slowakei und Schweden sowie in Luxemburg“, so der Bericht.

Nach Severozapaden in Bulgarien (29 Prozent) waren die Regionen, die im Ranking am schlechtesten abschnitten, Mayotte in Frankreich (32 Prozent), Severen tsentralen und Yuzhen tsentralen in Bulgarien (beide 33 Prozent) und Nord-Est in Rumänien (34 Prozent). Unter den 19 Regionen mit einem BIP pro Kopf unter 50 Prozent des EU-Durchschnitts waren insgesamt fünf Regionen aus Bulgarien, vier aus Ungarn und Polen, drei aus Rumänien, zwei aus Griechenland und eine aus Frankreich.


ManSprichtDeutsch.cz (Tscech.News), Prag 04.04.2017