Wirtschaft in Tschechien

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Industrie 4.0 – DTIHK und ihre Partner fordern eine Ausbildung 4.0

Das Bewusstsein über die Entwicklung hin zur Industrie 4.0 hat in Tschechien im vergangenen Jahr einen riesigen Schritt nach vorne gemacht. Darauf einigten sich die Partner des Jahresthemas 2015 „Industrie 4.0 – rEvolution gestalten“ der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (DTIHK). Am Dienstag bilanzierten sie in der DTIHK die rasante Entwicklung in Tschechien. Die Botschaft der DTIHK, ihrer Partner wie Siemens, Škoda Auto, Bosch Rexroth und namhafter Forschungseinrichtungen lautet: Wir dürfen jetzt nicht nachlassen in unseren Bemühungen! Noch vor einem Jahr war Industrie 4.0 kaum ein Thema in der öffentlichen und politischen Diskussion. Heute arbeitet das Tschechische Industrie- und Handelsministerium (MPO) im Rahmen seiner „Nationalen Initiative Industrie 4.0“ intensiv an einer Strategie und ist durch Vermittlung der DTIHK eine Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingegangen. Einig waren sich die Jahresthemapartner auch darin, dass dringend ein modernes „Ausbildungssystem 4.0“ gebraucht wird.


Bernard Bauer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der DTIHK (2. v.r.), begrüßt die Teilnehmer des Bilanztreffens


Von Null auf Hundert

2015 war für die DTIHK das Jahr der Industrie 4.0. Die Digitalisierung war längst ein Top-Thema in führenden Wirtschaften. Um Schritt im globalen Wettbewerb halten zu können, muss sich auch die tschechische Wirtschaft auf die digitale Vernetzung einstellen. „Wir wollten diesen Stein ins Rollen bringen und eine breite Diskussion über die rasante digitale Entwicklung anstoßen. Heute können wir sagen: Mit unseren Partnern haben wir viel mehr Bewegung auch in die Politik gebracht, als wir erhofft hatten“, so DTIHK-Geschäftsführer Bernard Bauer.

Was die Initiative des MPO betrifft, so bleibt abzuwarten, welche Richtung sie einschlägt, um die Innovationskraft der heimischen Wirtschaft zu fördern und zu nutzen. Seitens der DTIHK und Ihrer Partner herrscht jedoch Einigkeit, dass gerade mittelständische Unternehmen unterstützt werden müssen. Sie sind das Rückgrat der Wirtschaft und dürfen von der Entwicklung nicht abgekoppelt werden.


Ausbildung 4.0

Sowohl die Vertreter der Unternehmen als auch der Universitäten beklagten das mangelnde Interesse an technischen Studiengängen und das veraltete Ausbildungssystem in Tschechien. Viele Firmen können technische Positionen nicht mehr adäquat besetzen. Auch das „Jahr der Industrie und der technischen Ausbildung“, das der Industrieverband (SP ČR) und die tschechische Regierung für 2015 ausgerufen hatten, habe noch keine grundsätzliche Richtungsänderung gebracht, hieß es einstimmig von Seiten der Partner. „Gerade auch die digitale Vernetzung macht eine Verlagerung der Ausbildung direkt in die Unternehmen nötiger denn je“, so Bernard Bauer. Es müsse eine Reform im Sinne einer „Ausbildung 4.0“ geben, ergänzte der DTIHK-Geschäftsführer.


CONNECT VISIONS to SOLUTIONS

Mit ihrem neuen Jahresthema „CONNECT VISIONS to SOLUTIONS“ vertieft die DTIHK das Thema digitale Vernetzung. „Wir wollen das Innovationspotenzial und die Dynamik von Startups für die Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Informations- und Kommunikationstechnologie, Energie und Logistik nutzbar machen und durch Innovation einen konkreten Mehrwert schaffen“, erklärt Bernard Bauer. Voraussichtlich Ende März wird die DTIHK gemeinsam mit ihren Partnern einen Wettbewerb für Startups ausloben.


Quelle: Pressemitteilung DTIHK, Prag 21.01.2016

Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (DTIHK)
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