Wirtschaft in Tschechien

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Jindřich Weiss: Beide meine Eltern sind Deutschlehrer

„Deutsch für die Karriere" In dieser Serie befragen wir erfolgreiche Managerinnen und Manager, wie Deutschkenntnisse ihre Karriere beeinflussten. Im heutigen Gespräch stellen wir Ihnen Jindřich Weiss, den Projektmanager des Südmährischen Innovationszentrums, vor.


Wann hatten Sie zum ersten Mal Kontakt mit Deutsch? Was war für Sie der Grund, Deutsch zu lernen?


Meine Beziehung zu Deutsch war aus mehreren Gründen schon immer eng. Beide meine Eltern sind Deutschlehrer, also war Deutsch die erste Fremdsprache, die ich gleich an der Grundschule lernte. Ein weiterer Grund war die geographische Lage meiner Heimatstadt Budweis, die zusammen mit der Begeisterung meiner Eltern fürs Reisen dazu führte, dass wir sofort nach der Wende über das Wochenende oft Ausflüge zu unseren südlichen Nachbarn unternahmen. Mit der Zeit fanden wir dort ein paar sehr gute Freunde. Die Beziehung zu Österreich stärkte auch die Emigration meines Onkels in dieses Land. An der Mittel- und Hochschule reiste ich mehrere Male nach Deutschland zu Studien- und Arbeitsaufenthalten. Ins Herz schloss ich vor allem Konstanz und Leipzig.

Forcierten Ihre guten Deutschkenntnisse Ihre Laufbahn? Wie nutzten Sie Deutsch in Ihrem Beruf?

Seit 2008 arbeite ich für eine Agentur, die die innovative Unternehmertätigkeit und kommerzielle Anwendung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen in Südmähren fördert. Wir bemühen uns zum Beispiel, mittels Innovationsgutscheine Unternehmen und Universitäten miteinander zu verbinden - auch international. Die Partnerunternehmen und Wissenschaftsinstitutionen sind oft in Österreich oder Deutschland beheimatet. In letzter Zeit arbeiteten wir vor allem an der Wiederherstellung der Kontakte zwischen Brünn und Wien. Auch wenn die Arbeitssprache immer Englisch ist, hilft mir die Kenntnis der deutschen Sprache, effektiver zu kommunizieren und mit den Muttersprachlern informelle Kontakte aufzubauen. Diese stellen häufig den entscheidenden Erfolgsfaktor dar.

Ist für Sie Deutsch auch außerhalb Ihres Berufs wichtig? Interessieren Sie sich für Kultur, Literatur usw. der deutschsprachigen Länder?

Die Situation in Österreich und Deutschland verfolge ich dank meiner Freunde in diesen Ländern. Außerdem bin ich Mitglied in mehreren Alumni-Netzwerken. Derzeit engagiere ich mich beispielsweise in Tschechien beim Start einer Online-Initiative der deutschen Regierung - dem sog. Alumniportal Deutschland. Es geht um eine weltweite Dachplattform für Menschen, die in Vergangenheit in Deutschland studierten oder arbeiteten oder die den Kontakt mit Deutsch und mit aktuellen Themen, die Deutschland beschäftigen, aufrechterhalten wollen. Das Portal funktioniert gleichzeitig als eine sehr effektive Vermittlungsstelle für Jobs mit deutscher Sprache. Weltweit sind hier etwa 50.000 Einzelpersonen, Unternehmen und Organisationen vereinigt. Tschechen und Slowaken gibt es hier bislang knapp ein Tausend.


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Source: „Deutsch für die Karriere" (ČIA - Česká informační agentura / Tschechien am Morgen)