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Jílková: Meine Motivation für Deutsch war das Studium in Deutschland

„Deutsch für die Karriere" In dieser Serie befragen wir erfolgreiche Managerinnen und Manager, wie Deutschkenntnisse ihre Karriere beeinflussten. Im heutigen Gespräch stellen wir Ihnen Jiřina Jílková, Professorin an der Wirtschaftshochschule in Prag und Prorektorin für Wissenschaft an der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem, vor.

Wann hatten Sie zum ersten Mal Kontakt mit Deutsch? Was war für Sie der Grund, Deutsch zu lernen?

Mit dem Deutschlernen fing ich an der Grundschule ungefähr in der siebten Klasse an. Meine Familie hatte tschechische Wurzeln, in der Familie sprach niemand Deutsch. Intensiver widmete ich mich der deutschen Sprache erst am Gymnasium, wo ich einer Lateinlehrerin begegnete, die in Paris studiert und in Wien unterrichtet hatte. Oder einem ausgezeichneten Klassenlehrer, der nicht nur Deutch lehrte, aber vor allem die deutsche Literatur und Kultur. Dank ihm kann ich bis heute einige Gedichte von Goethe und Heine auswendig vortragen. Der wichtigste Anreiz dafür, dass ich mich auf Deutsch konzentrierte, war die Chance, in Deutschland zu studieren (damals konnte man nur in dem sozialistischen Ausland studieren - in der UdSSR, in Rumänien, Polen und in der DDR). Deutsch erlernte ich sehr schnell erst im ersten Jahr an der Hochschule in Rostock, wo ich studierte. In Deutschland lernte ich auch sehr gut Polnisch, denn in Rostock studierten viele Polen.

Forcierten Ihre guten Deutschkenntnisse Ihre Laufbahn? Wie nutzten Sie Deutsch in Ihrem Beruf

Dank der Kenntnisse der deutschen Sprache absolvierte ich 1993 einen halbjährigen Aufenthalt als Gastprofessorin an der Universität Zürich. Ich arbeitete in einem motivierten Team, dessen Mitglieder hochgebildete und sehr erfolgreiche Ökonomen waren und das Herr Professor Bruno Frey leitete. Das war für mich eine wunderbare Erfahrung. Ich eignete mir nicht nur viel Wissen über Wirtschaft und Wirtschaftspolitik an, sondern lernte auch ein lebhaftes akademisches Milieu kennen, das von Diskussionen und Seminaren geprägt ist. Neben meiner Tätigkeit an der Hochschule wirkte ich einige Jahre auch als Dolmetscherin und Übersetzerin für Deutsch. Mit meinen Kolleginnen und Kollegen an akademischen Instituten in Deutschland und Österreich arbeite ich seit mehreren Jahren zusammen - wir veranstalten Seminare und Konferenzen, schreiben Bücher und Artikel, seit einigen Jahren organisieren wir eine Schule, die sich mit den Themen Energie und Umwelt auseinandersetzt. Ich bin Mitglied in mehreren Prestigegremien in Deutschland - z.B. in der Akademie für Raumforschung und Landesplanung. Diese Fachkontakte vermitteln mir eine neue europäische Sicht auf meine Fachgebiete wie Umwelt, öffentliche Verwaltung und Regionalentwicklung. Deutsche Veröffentlichungen verwende ich für die Vorbereitung des Unterrichts sowie bei meiner wissenschaftlichen Arbeit.

Seit März dieses Jahres bin ich an der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem tätig. Meine Absicht ist es, wissenschaftliche Kontakte insbesondere zu Standorten im benachbarten Deutschland und Polen zu entwickeln.

Ist für Sie Deutsch auch außerhalb Ihres Berufs wichtig? Interessieren Sie sich für Kultur, Literatur usw. der deutschsprachigen Länder?

Ich verfolge deutsche Medien, lese regelmäßig den Spiegel und bemühe mich auch, deutsche Literatur zu lesen. Ich mag die deutsche Kultur und Geschichte. Das melancholische Mecklenburg und die Ostseeküste verzauberten mich - ich würde an diese Orte einmal gerne für länger zurückkehren. In Deutschland fand ich Freunde und heute lebt dort auch ein Teil meiner Familie.


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Source: „Deutsch für die Karriere" (ČIA - Česká informační agentura / Tschechien am Morgen)