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DTIHK-Umfrage: Deutschkenntnisse für Führungs- und Fachkräfte ein wesentlicher Karrierevorteil

Solide Deutschkenntnisse sind nach wie vor ein wesentlicher Karrierevorteil für Führungs- und Fachkräfte in Tschechien. Das ergab die jüngste Umfrage der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (DTIHK) zur Verwendung von Fremdsprachen in deutschen und deutsch-tschechischen Unternehmen. Danach gaben zwei Drittel der befragten, in Tschechien ansässigen Firmen an, Deutschkenntnisse der Mitarbeiter seien im Arbeitsalltag ihres Unternehmens sehr wichtig. Das gilt nicht nur für das Management, sondern auch für Ingenieure und Facharbeiter. Die Umfrageergebnisse sowie Erfahrungen aus der Unternehmenspraxis wurden im Rahmen einer Pressekonferenz in der DTIHK vorgestellt.

An der DTIHK-Umfrage zur Verwendung von Fremdsprachen im Unternehmen haben in der zweiten Jahreshälfte 2014 insgesamt 275 Unternehmen in der Tschechischen Republik teilgenommen, davon die meisten mit deutscher Beteiligung. Ihre Antworten ergaben ein eindeutiges Bild: Tschechische Nachwuchskräfte, die in deutschen oder deutsch-tschechischen Unternehmen Karriere machen wollen, brauchen neben Englischkenntnissen vor allem auch gute Deutschkenntnisse und haben damit einen erheblichen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern.

„Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Tschechiens. Die in Tschechien ansässigen 6.000 deutschen und österreichischen Unternehmen haben weit über 150.000 Arbeitsplätze geschaffen. Auch unsere Mitgliedsfirmen bestätigen immer wieder, dass ihre Fach- und Führungskräfte solide Deutschkenntnisse mitbringen sollten“, erklärte DTIHK-Geschäftsführer Bernard Bauer. Während Deutsch und Englisch mit 88 bzw. 89 Prozent gleichauf sind, betrachten nur 21 Prozent der befragten Unternehmen Russischkenntnisse als wichtige Qualifikation, Französischkenntnisse nur 7 Prozent.

Dem hohen Bedarf an guten Deutschkenntnissen stehen Probleme bei der Verfügbarkeit von Mitarbeitern mit dieser Qualifikation entgegen. Nur 12 Prozent betrachten die Verfügbarkeit als „gut“, insgesamt fast die Hälfte der Unternehmen beurteilt das Angebot an Mitarbeitern mit Deutschkenntnissen als „mangelhaft“ oder sogar „ungenügend“.

Das Unternehmen MBtech Bohemia s.r.o. bietet hochwertige Ingenieurleistungen vor allem im Bereich Automobilentwicklung. Jochen Hagel, Leiter des Bereichs Elektrik & Elektronik, betonte, für die Standortwahl deutscher Investoren seien nicht nur Kosten und Qualität entscheidend, 
sondern auch eine enge Vernetzung der internationalen Entwicklungsteams. „Neben einer guten fachlichen Ausbildung sind somit vor allem Sprachkenntnisse ein Erfolgsfaktor. Deutsch ist bei der Zusammenarbeit mit deutschen Kunden weiterhin unverzichtbar und trägt vor allem zur Erhöhung der Akzeptanz bei den deutschen Teams bei. Deshalb ist es ein signifikanter Wettbewerbsvorteil, wenn tschechische Ingenieure neben Englisch auch Deutsch sprechen“, erklärte Jochen Hagel von MBtech Bohemia und sprach sich für frühzeitiges Deutschlernen aus.

TPA Horwath beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter in elf europäischen Ländern und bietet seinen Kunden umfassende Betreuung auf den Gebieten Wirtschaftsprüfung, Unternehmens- und Steuerberatung. Petr Karpeles ist seit 2009 Partner bei TPA Horwath und Spezialist für internationale Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung. Zur Bedeutung der deutschen Sprache für Karrierechancen in der Tschechischen Republik betonte Karpeles: „Englisch ist in unserem exportorientierten Land in vielen Branchen ganz klar ein Muss. Dazu ist Deutsch jedoch ein echter Vorteil! Die geographische Nähe zweier wirtschaftlich starker deutschsprachiger Länder erfordert für funktionierende Geschäftsbeziehungen Mitarbeiter mit guten Sprachkenntnissen. Mein eigener Karriereweg sowie der vieler meiner Kollegen wurden durch unsere Deutschkenntnisse stark positiv beeinflusst.“

Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Arndt Freiherr Freytag von Loringhoven, unterstreicht: „Mit der Kampagne Šprechtíme werben wir besonders bei Eltern und Schülern für Deutsch. Ein Hauptargument ist dabei, dass aufgrund der außerordentlich engen Wirtschaftsbeziehungen Deutschkenntnisse nach wie vor ein entscheidender Karrierefaktor sein können. Wir wollen vermitteln: Deutschlernen lohnt sich! Ich freue mich sehr darüber, dass die Zahl der Deutschlerner im Grundschulbereich in letzter Zeit wieder wächst.“

Der Botschafter der Republik Österreich, Dr. Ferdinand Trauttmansdorff, hebt hervor: „Mit der Šprechtíme-Kampagne wollen wir einerseits aufzeigen, dass Deutschkenntnisse in der Tschechischen Republik große Vorteile für Beruf und Karriere mit sich bringen können. Als tschechischer Vater würde ich meinem Kind sicherlich raten, als zweite Fremdsprache Deutsch auszuwählen. Es liegt uns aber auch am Herzen, Deutsch den Menschen aus Freude am Erlernen der Sprache zweier Nachbarländer näherzubringen, mit denen die Tschechische Republik sowohl wirtschaftlich als auch kulturell eng verflochten ist. Dies setzt jedoch moderne und innovative Methoden der Sprachvermittlung voraus.“

Ziel der Kampagne Šprechtíme ist es zu zeigen, dass Deutschlernen Vorteile mit sich bringt, z. B. auf dem Arbeitsmarkt, aber auch im Bereich Studium und Wissenschaft. Besonders positiv ist die starke Unterstützung auch der tschechischen Partner für die deutsche Sprache. Šprechtíme ist ein gemeinsames Projekt der Deutschen und der Österreichischen Botschaft, sowie des Goethe-Instituts, der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, des Österreichischen Kulturforums Prag, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, des Österreich Instituts Brno, der DTIHK und des österreichischen AußenwirtschaftsCenters Prag. www.sprechtime.cz 


DTIHK-Umfrageergebnisse: Verwendung von Fremdsprachen im Unternehmen


Quelle: DTIHK, Prag 15.1.2015


Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (DTIHK)
www.tschechien.ahk.de
info@dtihk.cz