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DTIHK-Blitzumfrage zur Kurzarbeit

Deutliche Zustimmung mit deutlichen Vorbehalten

70 % der befragten Mitgliedsunternehmen würden die Kurzarbeit in der Form, wie sie die Regierung Sobotka am 3. November genehmigte, nutzen. Dies geht aus einer aktuellen Blitzumfrage der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (DTIHK) hervor. Insgesamt 50 Mitgliedsunternehmen haben sich an der Umfrage zum Thema Kurzarbeit beteiligt.

Gut die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass der Regierungsentwurf „im Wesentlichen“ den Bedürfnissen der Unternehmen entspricht, knapp 40 % stimmen dem „mit erheblichen Einschränkungen“ zu, ein Zehntel ist der Ansicht, der Entwurf entspreche den Unternehmensbedürfnisse „überhaupt nicht“.

Laut genehmigten Grundzügen der Kurzarbeit erhalten die Beschäftigten sechs Monate lang für die Kurzarbeit 70 % ihres Durchschnittslohns. Davon übernimmt der Arbeitgeber 50 % und der Staat 20 %. Die Regierung entscheidet in Form einer Verordnung, ob eine Wirtschaftskrise gegeben ist und wann die Unternehmen die Kurzarbeit in Anspruch nehmen können. Die Anträge gehen bei den Arbeitsämtern ein, die Regierung will jeden Einzelfall prüfen.

Dieses Modell der Kurzarbeit würden 70 % der an der Umfrage beteiligten DTIHK-Mitgliedsfirmen grundsätzlich nutzen. 51 % der Unternehmen sind der Ansicht, der Regierungsentwurf entspreche „im Wesentlichen“ den Bedürfnissen der Unternehmen, 39 % sehen dies „nur mit erheblichen Einschränkungen“ gegeben.

Fast drei Viertel der Befragten sehen ein Problem darin, dass Regierung festlegt, wann eine wirtschaftliche Krise eingetreten ist. Jeder zweite Befragte hält es für problematisch, dass der Staat 20 % und der Arbeitgeber 50 % des für die Kurzarbeit festgelegten Lohns übernehmen und der Staat den Anspruch jedes Unternehmens einzeln prüfen will.

Die Kurzarbeit ist ein wichtiges Instrument, um in Krisenzeiten Arbeitsplätze zu sichern und gut ausgebildete Fachkräfte in den Unternehmen zu halten. Der Regierungsentwurf erfährt in seinen Grundzügen Zustimmung unter unseren Mitgliedern, die sich an der Umfrage beteiligt haben. Aber die Vorbehalte vor allem hinsichtlich der Rolle des Staates sind nicht von der Hand zu weisen. Viele Unternehmen fordern zum Beispiel, der Staat müsse bei der Entscheidung über Wirtschaftskrise und Kurzarbeit branchen- und regionalspezifische Unterschiede berücksichtigen“, erklärt Rudolf Fischer, Präsident der DTIHK zu den Umfrageergebnissen.

Die Kurzarbeit mit staatlicher Unterstützung muss in den kommenden Monaten von beiden Parlamentskammern und dem tschechischen Präsidenten genehmigt werden.


Quelle: Pressemitteilung DTIHK, Prag 13.11.2014

Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (DTIHK)
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